Versöhnung – ein Heilmittel für die Seele?

Erinnern Sie sich noch an eigene oder Ihnen berichtete Erlebnisse, die mit Mißverständnissen, Konflikten, Auseinandersetzungen, Streit verbunden waren? Mit dem beglückenden und befreiten Gefühl, wieder Einvernehmen mit einem anderen Menschen, vielleicht sogar Versöhnung mit ihm gefunden zu haben? Vielleicht aber auch mit der schlimmen Erfahrung, zu Lebzeiten eines Familienmitgliedes, eines Freundes, eines Bekannten keine Möglichkeit des gegenseitigen Verstehens und Verzeihens mehr gefunden zu haben?

Die Erfahrung vieler Menschen, auch auf der internationalen Ebene, zeigt uns: Je härter eine Auseinandersetzung in Worten und Taten war, desto schwerer ist es, ausgleichende, vermittelnde Gesten und Worte zu finden, sich wieder zuzuwenden, einander die Hand zu reichen, sich zu umarmen, miteinander zu reden, die eine und andere Sichtweise in Ruhe miteinander zu besprechen.

Vom Mißverständnis bis zum Fluch

Was konnte zwischen zwei und mehr Menschen entstanden sein? Greifen wir einige Tatbestände aus dem Kolorit menschlicher Verhaltensweisen und „Waffen“ heraus:

  • Mißverständnisse
  • Auseinandersetzungen und Streit
  • Schimpfwörter, Beleidigungen, Intrigen, Verwünschungen
  • Androhungen und Provokationen, üble Nachrede, Mobbing
  • Bewusstes Wehtun-wollen und Schuldzuweisungen, Flüche
  • Handgreiflichkeiten, Prügeleien und körperliche Verletzungen
  • Vor die Füße werfen von früheren Geschenken
  • Bestrafungen und Wegnahme privaten Eigentums, z. B. bei Erbstreitigkeiten

Versöhnung – möglich oder unmöglich?

Versöhnung ist bekanntlich nur möglich, wenn beide Seiten bereit sind, den Kontakt wieder aufzunehmen, miteinander zu sprechen, „Frieden zu schließen“.

Da und dort werden aber die gegenseitigen Vorwürfe und die daraus entstandenen seelischen und körperlichen Traumata als so gravierend erlebt, daß eine Versöhnung nicht oder zumindest auf lange Sicht nicht möglich zu sein scheint. Dann bleibt der eine oder andere Streitgegner, trotz aller guten Vorsätze, „im Regen stehen“, die im Raum stehende Problematik bleibt durch Gedächtnisverlust, Alzheimer-Erkrankung, chronisch gewordene Depressionen oder Geisteskrankheiten, letztlich den Tod  ungelöst.

Gibt es erdgebundene Seelen?

Wer offen ist für spirituelle Überlegungen, hat sich vielleicht schon einmal Gedanken gemacht über die „armen Seelen“ oder „erdgebundenen Seelen“, den „Geisterglauben“, die „dämonischen Kräfte“ aus der Transzendenz.

Viele Menschen haben ein zwiespältiges Verhältnis zu allem, was mit Sünde, Bestrafung, Sterben, Tod, Verdammnis, Ahnen- und Totenkult verbunden ist. Verständlich ist es natürlich, daß alles, was nicht sichtbar, meßbar, gedanklich nachvollziehbar ist, mit Sprachlosigkeit und Angst verbunden sein kann.

Aus der therapeutischen Arbeit mit Patienten, die Rückerinnerungen an frühere Existenzen erlebten, entstanden die Bücher „Wenn die Seele den Körper nicht gesunden läßt“ und „Versöhnung zwischen Hier und Drüben“. Die in den beiden Büchern berichteten Lebens- und Krankengeschichten und die daraus ableitbaren Überlegungen zur weiteren Lebensgestaltung sollen dazu beitragen, gegenseitiges Verstehen, Verzeihen und Versöhnen zu ermöglichen, auch wenn inzwischen die beiden Ebenen des Diesseits und des Jenseits zwischen den Lebenden und Verstorbenen entstanden sein sollten.

Die heilende Wirkung der Versöhnung

Vorsichtig ausgedrückt können mit dem Gefühl, gegenseitiges Verständnis gefunden zu haben, auch Entspannung, Ruhe, sogar Schlafbedürfnis entstehen; darüber hinaus befreites Aufatmen, wieder tief Luft holen können, sich körperlich aufrichten, wieder mehr Appetit bekommen. Mit anderen Worten: Regeneration für Körper und Seele.

Literatur:

  1. Ebertin, B. R., Wenn die Seele den Körper nicht gesunden läßt.
    6. Auflage, 19.90 €. Ebertin-Institut Edition, 75323 Bad Wildbad.
  2. Ebertin, B. R., Die Kraft und Freiheit zur Versöhnung auch zwischen Hinterbliebenen und Verstorbenen.
    208 Seiten, Din A 5, 24 Abbildungen, kartoniert, ISBN-Nr. 978-3-906873-22-0
    Ebertin-Institut bei Synergie-Verlag, Vertrieb Synergie-Verlag